Tja diese Frage stelle ich mir auch oft und ich muss zugeben, dass mir die Beantwortung oft selbst nicht leicht fällt. Aber fangen wir doch mal von vorne an. Geboren wurde ich als 3. Kind einer
später 8 - köpfigen Familie am 20.09.1987 an einem Sonntag. Als kleines Kind war ich ziemlich stolz darauf an einem Sonntag geboren zu sein. Meiner Meinung nach verschaffte das mir einen Vorteil
gegenüber anderen Kindern, die nicht an einem Sonntag geboren wurden - besonders natürlich mit Blick auf meinen großen Bruder :) Dieses Wunschdenken beruhte größtenteils auf dem Märchen "Das kalte
Herz" in dem jeder der an einem Sonntag geboren wurde drei Wünsche hatte. (Wen das
Märchen interessiert)

Nach einer sehr erlebnisreichen Kindheit ging es ´95 auf die freie Waldorfschule in Stuttgart-Vaihingen (MBS). Wenn ich heute auf meine Schulzeit zurückblicke, dann kann ich nur sagen, dass ich im
Großen und Ganzen sehr von dieser Zeit profitiert habe. Natürlich hat auch die Waldorfschule ihre Defizite, aber mein breites Interesse für Kultur (Kunst, Theater, Gesang und Tanz) ist nicht
zuletzt auch auf meine intensive Zeit als Waldorfschüler zurückzuführen. So hatte ich z.B. die Möglichkeit meine künstlerischen Ambitionen in verschiedenen Arbeiten zum Ausdruck zu bringen. Auch in
den Theaterprojekten der 8. und 12. Klasse (Shakespears "Komödien der Irrungen" & Goethes "Faust I") habe ich einen Bereich für mich entdeckt mit dem ich mich sehr identifizieren kann. Ebenso
wurde meine Lust am Gesang einerseits durch die 4 jährige Teilnahme am Schulchor geweckt und andererseits durch das Gesangsprojekt in der 11. Klasse, als ich ein Jahr lang professionellen
Gesangsunterricht bekommen habe. Nicht zu vergessen der Tanzunterricht in der 9. Klasse mit abschließendem Abschussball.
Aber nicht nur auf der kulturellen Ebene wurde ich während meiner Schulzeit sensibilisiert, auch was mein großes Interesse für Weltangelegenheiten betrifft wurde der Grundstein ebenfalls in der
Schule gelegt. Gezeigt hat sich das in den Jahresarbeiten in der 8. und der 12. Klasse. Thema der Arbeit in der 8. Klasse: "Global Crash" und in der 12.: "Das Welthungerproblem am Beispiel Niger"
jeweils mit einer schriftlichen Ausarbeitung und einem 15 minütigem Vortrag.
Besonders prägend war für mich auch meine Zeit im POT (dem sog. ProjekttageOrganisationsTeam). Ziel des Teams war es die jährlichen Projekttage an unserer Schule zu organisieren. Während dieser 3
Jahren habe ich glaub ich zum ersten Mal wirklichen begriffen was es heißt Verantwortung zu übernehmen. Ab dem 2. Jahr ging die Verantwortung sogar so weit, dass ich die Leitung dieses Teams
übernahm. Definitives Highlight aus dieser Zeit war auch das Interview mit Frau Hartnagel der Schwester von Hans und Sophie Scholl (Widerstandskämpfer der "Weißen Rose" im 3. Reich), dass ich
führen durfte.
Machen wir nun aber noch mal einen Schritt zurück, in die Jahre zwischen 97´- 00´, um den Ursprung meiner weiteren Interessen zu verstehen. Ich weiss nicht ob die Gruppe STOMP bekannt ist, aber sie
war es die mich in eine für mich damals völlig neue Welt geführt hat - in die Welt des Rhythmus. Es ist eine Gruppe, die auf praktisch jedem Gegenstand der ein Geräusch von sich gibt, einen
wunderbaren Krach machen (Kleiner Ausschnitt bei
YouTube) Nun ja seit dem ich STOMP auf einem Video gesehen habe,
ist in mir der Wunsch entstanden auch Krach zu machen... welches Kind wünscht sich das nicht :) Angefangen hat es dann damit, dass ich anfing Djembe zu spielen und irgendwann, nach dem ich
noch
TapDogs gesehen habe, habe ich schlussendlich meine Leidenschaft für den Steptanz entdeckt. Über den
Steptanz hab auch einen ganz besonderen Menschen kennengelernt, der mich, ja man kann schon sagen sehr inspiriert hat.
Ray(mein Steplehrer) ist
ein Mensch, der trotz seines doch schon etwas älteren Alters noch so eine Ausstrahlung und Lebensfreude besitzt die einfach ansteckend ist. An dieser Stelle bringe ich immer gerne das Beispiel,
dass wenn man mit schlechter Laune in seinen Kurs kommt, man hinterher garantiert mit guter Laune wieder hinausgeht. Durch Ray habe ich gelernt was es nicht nur für einen selbst sondern auch für
andere bedeuten kann innerlich ausgeglichen zu sein und das auch auszustrahlen. Dazu gehört die schon benannte Lebensfreude und meiner Ansicht nach ein gewisser Grundoptimismus. Diese beiden,
eigentlichen kleinen Dinge des Lebens, geraten heutzutage immer mehr in den Hintergrund. Ich habe mir deshalb Ray´s Charaktereigentschaften als Ideal genommen und versuche, soweit dies mir möglich
ist, danach zu leben. "Gute Laune ist eben die halbe Miete"
Man könnte sich jetzt fragen, warum ich das eigentlich alles erzähle? Was das alles mit meinem Freiwillgendienst in Neuseeland zu tun hat? Dazu kann ich sagen, dass gerade mein Ideal wesentlich
mein Leben in Neuseeland beeinflussen wird. Desweiteren werde ich natürlich versuchen meine ganzen Erfahrungen, die ich während der letzten Jahre sammeln konnte, mit in meine Arbeit mit den Kindern
einzubringen. Dazu aber mehr unter "
Was werde ich in NZ machen"
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